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Allergien und Psychosoziale Faktoren - Internationale Presse berichtet über umweltmedizinische Studie des UNIKA-T

Presse-Informationen

27.08.2019

In Augsburg gibt es seit vielen Jahren KORA-Studien. KORA steht für „Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg“. Hierüber stehen der Wissenschaft Daten über den Gesundheitszustand der Studienteilnehmenden zur Verfügung, die sowohl über schriftliche Befragungen als auch über klinische Untersuchungen ermittelt wurden. Die UNIKA-T-Doktorandin Katharina Harter, MPH, hat zusammen mit einem Wissenschaftsteam die Daten von 1.782 Teilnehmenden hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen psychischen und sozialen Faktoren mit Allergien ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass psychosoziale Faktoren mit dem jeweiligen Allergietyp assoziiert sind. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal „International Archives of Allergy and Immunology” unter dem Titel „Different Psychosocial Factors are Associated with Seasonal and Perennial Allergies in Adults - Cross-Sectional Results of the KORA FF4 Study“ veröffentlicht.

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

  • Personen mit saisonalen Allergien haben häufiger Angststörungen.
  • Personen mit vor allem ganzjährigen Allergien leiden vermehrt an Depressionen.


Grafik PM Psychosoziale Faktoren

(Klicken Sie auf die obere Grafik, um diese vergrößert zu sehen.)


Die Ergebnisse der Studie sind insofern von besonderer Relevanz, als dass der Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und der Entstehung allergischer Erkrankungen eine bisher wenig beantwortete, aber wichtige Forschungsfrage ist.

Die Bedeutung dieser Studie für die Forschung beweist die mehrfache Zitierung der Studienergebnisse in der internationalen Presse und Forschungsmedien über mehrere Monate hinweg, was folgende Nachrichtenübersicht exemplarisch zeigt:

 

Symptom-Dauer statt einzelnes Krankheitsbild - Ganzheitliche Ursachenforschung bei Allergien

Eine methodische Besonderheit der Studie ist die Einteilung in saisonale Allergien (verursacht durch Pollen), perenniale, also das ganze Jahr bestehende Allergien (Tierhaare, Hausstaubmilben) sowie andere Allergiearten (Nahrungsmittel, Medikamente). Damit war nicht mehr das einzelne Krankheitsbild wie Asthma oder Heuschnupfen der Untersuchungsgegenstand, sondern der Symptom-Dauer und die mögliche Allergieursache. Die Ergebnisse haben beachtlichen Wert für die Allergie-Forschung, da die Zusammenhänge zwischen Psyche und allergischen Erkrankungen zwar diskutiert, in ihrer Komplexität aber bislang nicht vollständig verstanden sind. Für die zukünftige Allergie-Forschung sieht Umweltmedizinerin Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann den Auftrag, die molekularen Mechanismen zwischen biologischen und psychosozialen Faktoren für ein ganzheitliches Allergie-Erklärungsmodell zu untersuchen. Lösungen hierfür wird der Fachbereich der Neuroimmunologie liefern – ein Bereich, der derzeit am UNIKA-T aufgebaut wird.

Originalpublikation
https://www.karger.com/Article/Abstract/499042

 

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@Traidl_Hoffmann

@TDamialis

Grafik PM Psychosoziale FaktorenDie Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Allergien und psychosozialen Faktoren (Grafik: UNIKA-T, Fotos: Shutterstock)

KORA Basistudie bis umweltmed. FragebogenDie Grafik zeigt den Verlauf von der KORA-Basisstudie S4 bis zur umweltmedizinischen Befragung, deren Daten im Rahmen der Studie ausgewertet wurden (Grafik: K. Harter/ UNIKA-T)

Katharina HarterDas Foto zeigt Katharina Harter, MPH, Erstautorin der Studie und UNIKA-T-Doktorandin (Foto: UNIKA-T)