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Bundesgesundheitsblatt publiziert Professorin Traidl-Hoffmanns Arbeit: „Allergie - eine Umwelterkrankung!“

Forschung: Projekte und Publikationen

26.05.2017

Die Ordinaria und Institutsdirektorin der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München, Univ.-Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann, hat für die Forschung im Bereich der Allergie-Erkrankungen ein internationales Netzwerk geschaffen, das Erkenntnisse aus unterschiedlichen Wissensgebieten zusammenträgt. Für die Erreichung des einheitlichen Ziels der Therapieverbesserung und Präventionsentwicklung beim Krankheitsbild „Allergie“ konnten deshalb deutliche Fortschritte erzielt werden. In der vom Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz (Springer Verlag) am 02.05.2017 veröffentlichten Arbeit mit dem Titel: „Allergie - Eine Umwelterkrankung!“, fasst die Umweltmedizinerin des UNIKA-T diese Erkenntnisse in anschaulicher, beeindruckender Weise zusammen. 

NCDs - Die größte medizinische Herausforderung aktuell und in den nächsten Jahren!

Die sogenannten NCDs (englisch: non-communicable diseases) beinhalten alle nicht übertragbaren Krankheiten. Dazu gehören mitunter kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Asthma und eben Allergien. Als Umweltmedizinerin weiß Traidl-Hoffmann um den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Gesundheit des Menschen. Dazu kommt nun die Erkenntnis, dass die Umwelt auch zu epigenetischen Veränderungen führen kann - also zu einer veränderten Auswertung der genetischen Information, die tagtäglich und normalerweise ohne Krankheitsfolge in unseren Zellen vor sich geht. Ist der Umweltfaktor jedoch schädlich, wie etwa bestimmte Luftschadstoffe, kann die veränderte Gen-Auswertung zur Entstehung der NCDs beitragen.

Allergie ist eine Umwelterkrankung und bei traditioneller Lebensweise und vielen Tierkontakten vermeidbar

Eine hohe Diversität ist laut Traidl-Hoffmann eine „deskriptive Aussage“ und daher obliegt es den neuesten Forschungsbemühungen am UNIKA-T hierfür genauere Daten zur Funktion der Diversität zu ermitteln. Zunächst einmal sind Mikroben in einer breiten Vielfalt auf der Körperoberfläche (neben Haut u. a. Schleimhäute der oberen Luftwege und Darm) für einen ordentlichen Gesundheitszustand wichtig. Des Weiteren wirken auch diverse Umwelteinflüsse wie der frühe und andauernde Kontakt mit Tieren (insbesondere mit Kühen) oftmals einer Allergieenstehung entgegen. Letzteres zeigen Studien zum Gesundheitszustand von Kindern, die auf traditionellen Bauernhöfen leben. Als dritter Faktor ist eine vielseitige Ernährung zu nennen. Weitere Arbeiten haben ergeben, dass eine sehr abwechslungsreiche Nahrungsgabe im ersten Lebensjahr entscheidend dafür sein kann, die Entstehung von Nahrungsmittelallergien zu verhindern.

Die vollständige Publikation können Sie hier nachlesen.

Trotz des offensichtlichen Handlungsbedarfs in der Forschung für neue Therapien und Prävention beim Thema "Allergie" gibt es in Deutschland hierfür bislang nur erste Ansätze für eine transregional-koordinierte Aktivität. Beispiellos ist hier die Initiative des Christine Kühne - Center for Allergy Research and Education (CK-CARE). Traidl-Hoffmann hat in diesem international ausgelegten Konsortium mit Sitz am Allergiecampus Davos in einer eigenen Arbeitsgruppe das Thema "Umwelt" zur Aufgabe. Mit der Hochgebirksklinik in Davos steht zusätzlich die Möglichkeit für eine erfolgreiche Allergietherapie unter alpinen klimatischen Bedingungen.

 

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Publikation Allergie Eine UmwelterkrankungDas Foto zeigt ein „natürliches“ Lebensumfeld, das wohl Allergieentstehungen mindern kann. Was auf dem Foto fehlt sind viele Tiere - insbesondere Kühe - von denen ein schützender Effekt auszugehen scheint. (Foto: Shutterstock)