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Die Umweltmedizin am Klinikum Augsburg wird das erste zertifizierte Zentrum des GA2LEN Netzwerkes für Neurodermitis in Deutschland

Netzwerk, Verbund, Kooperation

07.08.2018

Die Neurodermitis ist eine schwere, chronisch-entzündliche Hauterkrankung die insbesondere Kinder betrifft. Epidemiologischen Studien zu Folge leiden etwa 30 % der Kinder und 5 % der Erwachsenen in Deutschland an Neurodermitis. Für Chefärztin und Ordinaria Claudia Traidl-Hoffmann ein Grund, seit 2015 das Thema „Neurodermitis“ in einem überregionalen Netzwerk bestehend aus Medizinern, Forschern und Menschen aus Politik und Gesellschaft auf der ständigen Tagesordnung zu halten. Beispielhaft für dieses Netzwerk war im Februar 2017 das Symposium Neurodermitis am Klinikum Augsburg, welches im Juli 2019 erneut abgehalten wird.


Die Umweltmedizin am UNIKA-T als neuer Knotenpunkt des Global Allergy and Asthma Eurpoean Network (GA2LEN)

Dr. Matthias Bräutigam vom GA2LEN besuchte am 30.07.2018 das UNIKA T, um die Umweltmedizin am Klinikum Augsburg für das „GA2LEN Atopic Dermatitis Center of Reference and Excellence“ eingehend zu prüfen und ggf. zu zertifizieren. Auf Grund der exzellenten Vorarbeit des UNIKA-T-Studienzentrums (Leiterin: Gertrud Hammel; Bereich: Umweltmedizin) konnte Bräutigam alle Prüfkriterien als erfüllt bewerten. Die Studienärzte Karisa Thölken, M.D., und Dr. med. Stephan Knoch äußerten sich nach dem ereignisreichen Tag erleichtert und zufrieden, weil nun die Umweltmedizin durch diese Zertifizierung eine zusätzliche Erweiterung hinsichtlich des eigenen Netzwerkes zum Thema „Neurodermitis“ auf internationaler Ebene erfährt. GA2LEN zeichnet sich seit Jahren dadurch aus, Forschungsnetzwerke durch die internationale Verknüpfung aufzubauen. Für die Therapie bei Neurodermitis hilft diese Netzwerk-Erweiterung nun, die neue Ära der Biologika für den Bereich des atopischen Ekzems auch für die Patienten verfügbar zu machen. Biologika haben bereits die Therapie der Schuppenflechte in den letzten 10 Jahren revolutioniert. Diese zielgerichteten Medikamente sollen das gleiche nun bei der Neurodermitis schaffen. Seit Dezember 2017 steht den Patienten bereits ein erstes Biologikum namens „Dupilumab“ bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis zur Verfügung. Die ersten Patienten mit Neurodermitis am Klinikum Augsburg werden bereits mit Dupilumab behandelt.


Erforschung der Neurodermitis auf mehreren Ebenen

Für den klinischen Teil der Forschung zur Krankheit „Neurodermitis“ leistet das Studienzentrum des Lehrstuhls und Instituts für Umweltmedizin am UNIKA-T zusammen mit der Ambulanz für Umweltmedizin am Klinikum Augsburg einen entscheidenden Beitrag über die ProRaD-Studie, welche von der Stiftung CK-CARE (Davos) initiiert und z. T. finanziert wird. Am Klinikum Augsburg werden zu diesem Zwecke seit 2017 PatientInnen mit atopischem Ekzem in diese Registerstudie aufgenommen. Die WissenschaftlerInnen und MedizinerInnen der Umweltmedizin am UNIKA-T erforschen anhand der entnommenen Proben von Haut, des Blutes und des Hautmikrobioms der Probanden diejenigen Mechanismen, die an der Entstehung, Verschlimmerung oder Heilung des atopischen Ekzems beteiligt sind. Dazu zählen neben immunologischen Vorgängen auf Zellebene und dem Mikrobiom – also der Gesamtheit aller Bakterien, Viren und Pilze – auch komplexe Interaktionen zwischen Umweltfaktoren und der Hautbarriere.

Eine Zusammenschau von Berichten u. a. zur Forschung und Therapie der atopischen Dermatitis finden Sie zum Nachlesen auf unserer Webseite "www. unika-t.de" unter „Nachrichten“ -> Filter „Umweltmedizin“

 

Text und Fotos: V. Schiller / UNIKA-T

Prof. Traidll Hoffmann Studienaerzte Dr. Braeutigam GALEN Zertifikat vor LaborschildDas Foto zeigt von links Dr. Matthias Bräutigam, Prof. Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann, Dr. med. Stephan Knoch und Karisa Thölken, MD, bei der Zertifikatsübergabe am UNIKA-T-Labor (Foto: V. Schiller / UNIKA-T)

Certificate GA2LEN ADCARE Klinikum AugsburgDas Bild zeigt die Zertifikat der Umweltmedizin am Klinikum Augsburg durch GA2LEN ADCARE (Bild: V. Schiller / UNIKA-T)

Gertrud HammelDas Foto zeigt Dipl.-Soz. Gertrud Hammel, die Leiterin des UNIKA-T-Studienzentrums für den Bereich der Umweltmedizin (Foto: UNIKA-T)