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Dreifache Auszeichnung der Dr. Wolfbauer-Stiftung für die Umweltwissenschaften in Augsburg auf dem Wissenschaftstag 2019 am Universitätsklinikum Augsburg

Vorträge / Kongressteilnahme / Preisgewinner

21.11.2019

Der elfte Wissenschaftstag am Universitätsklinikum Augsburg fand am 21.11.2019 statt. Über die Dr. Wolfbauer-Stiftung werden auf der Veranstaltung die Posterpräsentationen von Ärzten und Wissenschaftlern ausgezeichnet und mit Fördergeldern deren Projekte unterstützt. Die Forschungsthemen der einzelnen Präsentationen reichten von klinischen Studien über bioinformatische Methoden bis hin zu psychosozialen Faktoren in der Krankheitsentstehung. Die teilnehmenden Wissenschaftler und Ärzte diskutierten über die Themen und konnten darüber gleich Kollaborationen für zukünftige Projekte vereinbaren. Im Vergleich zum Vorjahr wurden etwa doppelt so viele Präsentationen gehalten. Dies zeigt, wie sehr das Universitätsklinikum Augsburg Forschende der unterschiedlichsten Disziplinen unterstützt.


Für die Umweltmedizin des UNIKA-T erhielten folgende Wissenschaftlerinnen eine Preis (siehe Foto):

Dr. Madhumita Bhattacharyya

Thema: “AnnotatIEM: A Novel algorithm for species level annotation of 16S gene based microbial OTUs”

Autoren: Madhumita Bhattacharyya, Matthias Reiger, Luise Rauer, Claudia Hülpüsch, Claudia Traidl-Hoffmann, Avidan U. Neumann

Madhumita Bhattacharyya präsentierte eine moderne Methode der bioinformatischen Datenanalyse zur Bestimmung von Bakterienspezies anhand von 16S rRNA Sequenzen. Mit der bisherigen Auswertungssoftware war es nicht möglich, die 16S Amplikone der Bakterien bis auf Spezienebene zu bestimmen. Der nun vorgestellte bioinformatische Algorithmus gleicht die RNA-Sequenz der Bakterien mit zahlreichen Datenbanken ab und kombiniert die Daten, um eine möglichst genaue Identifizierung zu erreichen. In der Folge kann das individuelle Mikrobiom einer Bioprobe (bspw. eine Hautprobe eines atopischen Ekzems) bis auf das spezifische Bakterienlevel bestimmt werden, was eine bessere Therapie ermöglicht. Der computerbasierte Algorithmus steht momentan als Pipeline zur Verfügung, d. h. eine Computersoftware die verschiedene Evaluierungsmethoden miteinander kombiniert. In Bälde wird dieses bioinformatische Werkzeug für Webserver optimiert. Entwickelt wurde der Algorithmus vom Fachbereich der Umwelt-Bioinformatik (Fachbereichsleitung: Prof. Dr. Avidan Neumann), für den Madhumita Bhattacharyya als wissenschaftliche Mitarbeiterin seit 2018 im Einsatz ist.

Dipl.-Biochem. Mehmet Gökkaya

Thema: “A non-invasive nasal fluid sampling open a new era in allergy diagnostics”

Autoren: Mehmet Gökkaya, Karisa Thölken, Stephan Knoch, Vera Schwierzeck, Michael Gerstlauer, Gertrud Hammel, Claudia Traidl-Hoffmann, Stefanie Gilles

Mehmet Gökkaya ist wissenschaftlicher Doktorand am UNIKA-T und forscht für den Fachbereich der Umwelt-Immunologie (Fachbereichsleitung: PD Dr. Stefanie Gilles). Seine Präsentation behandelte das äußerst wichtige Thema der Diagnostik bei Allergien. Bisher musste für eine Überprüfung, ob eine Sensibilisierung gegenüber speziellen Allergenen besteht, das Serum aus einer Blutabnahme verwendet werden, ein sogenannter invasiver Eingriff, der besonders bei Kindern ein Problem sein kann. Mit der neuen Methode kann über das Nasensekret bestimmt werden, ob eine Allergie vorliegt und welche Allergie dann zu diagnostizieren ist. Zusätzlich ist diese Labormethode weniger aufwendig. Gökkaya erklärt nach der Preisverleihung: „Als Nachwuchswissenschaftler hat mich die Auszeichnung sehr motiviert und gleichzeitig gezeigt, dass innovative und nachhaltige Forschungsthemen anerkannt werden.“


Priv.-Doz. Dr. Michael Ertl (Universitätsklinikum Augsburg) respektive Dipl.-Soz. Gertrud Hammel (UNIKA-T)

Thema: “New Insights into Weather and Stroke - Influences of Specific Air Masses and Temperature Changes on Stroke Incidence“

Autoren: Michael Ertl, Christoph Beck, Benjamin Kühlbach, Jasmin Hartmann, Gertrud Hammel, Annette Straub, Esther Giemsa, Stefanie Seubert, Andreas Philipp, Claudia Traidl-Hoffmann, Jens Soentgen, Jucundus Jacobeit, Markus Naumann

PD Dr. Michael Ertl ist Oberarzt an der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am Universitätsklinikum Augsburg und Erstautor der Publikation „New Insights into Weather and Stroke - Influences of Specific Air Masses and Temperature Changes on Stroke Incidence“. Gemeinsam mit dem Institut für Geographie und dem Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg sowie der Umweltmedizin von Professorin Claudia Traidl-Hoffmann am UNIKA-T untersuchte Ertl den Einfluss von bestimmten Wetterlagen auf die Häufigkeit von Schlaganfällen. Die für die Forschungsgemeinschaft wichtigen Ergebnisse der Studie wurden bereits im Fachjournal „Cerebrovascular diseases“ (vgl. hier) veröffentlicht. Gertrud Hammel, Leiterin des Studienzentrums für Umweltmedizin am UNIKA-T, hatte dabei entscheidend zur Datenauswertung für dieses Projekt beigetragen. Hammel wertete die Daten von 18.000 Schlaganfallpatienten aus Arztbriefen am Universitätsklinikum Augsburg aus, die von Januar 2006 bis Oktober 2016 erhoben wurden. Mit der Software SAS programmierte sie ein Texterkennungsprogramm, das die TOAST-Klassifikation erzeugte. Diese Klassifikation dient der genaueren Einteilung der Schlaganfälle. Das Programm kann zukünftig für weitere Projekte dieser Art verwendet werden.

 

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@Traidl_Hoffmann

@Mehmet_Goekkaya

Wissenschaftstag 2019 Uniklinik Augsburg Foto F. Walter UNIKA T 16Das Foto zeigt die Verleihung der Wissenschaftspreise auf dem Wissenschaftstag 2019 am Universitätsklinikum Augsburg (Foto: F Walter/ UNIKA-T)

Wissenschaftstag 2019 Uniklinik Augsburg Foto F. Walter UNIKA T 3 Das Foto zeigt den Nachwuchswissenschaftler Mehmet Gökkaya bei seiner Präsentation auf dem Wissenschaftstag 2019 am Universitätsklinikum Augsburg (Foto: F. Walter/ UNIKA-T)

Wissenschaftstag 2019 Uniklinik Augsburg Foto F. Walter UNIKA T 9 Das Foto zeigt die Wissenschaftlerin Madhumita Bhattacharyya bei ihrer Präsentation auf dem Wissenschaftstag 2019 am Universitätsklinikum Augsburg (Foto: F. Walter/ UNIKA-T)