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INDIMA Studie startet am Lehrstuhl für Epidemiologie

Presse-Informationen

14.11.2019

Weltdiabetestag, heute startet unsere INDIMA-Studie in Zusammenarbeit mit der IV. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Augsburgs

Typ-2-Diabetes (T2D) ist eine immer häufiger auftretende chronische Krankheit sowohl in Industrie-, als auch in Entwicklungsländern. Es wird prognostiziert, dass bis zum Jahr 2030 weltweit mehr als eine halbe Milliarde Menschen an der Krankheit leiden werden. In Deutschland beträgt die geschätzte Gesamtprävalenz von Typ-2-Diabetes in der erwachsenen Bevölkerung (18 bis 79 Jahre) insgesamt 7,2%; es wird prognostiziert, dass die Zahl der T2D-Fälle von 2015 bis 2040 um 54% -77% steigen wird. Auch in Deutschland leiden viele Menschen an Prädiabetes oder unentdecktem Diabetes, wie eine Veröffentlichung von Rathmann et al. zeigt.

Diabetes ist mit schwerwiegenden chronischen Komplikationen wie koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall (makrovaskuläre Erkrankungen) sowie mikrovaskulären Erkrankungen verbunden, die Schäden an der Niere (Nephropathie), dem Auge (Retinopathie) und peripheren Nerven (Neuropathie) verursachen. Studien haben gezeigt, dass das Risiko von Komplikationen bei Patienten mit neu diagnostiziertem T2D durch die Einleitung und Aufrechterhaltung einer strengen Glukosekontrolle reduziert oder verzögert werden kann. Um das Auftreten von Komplikationen zu verhindern oder zu verzögern, ist es daher unerlässlich, eine evidenzbasierte Diabetesversorgung anzubieten. Darüber hinaus beeinträchtigen Diabetes-Komplikationen die Lebensqualität der Patienten und machen mehr als 10% der Gesundheitskosten in Europa aus. Daher sind gezielte Anstrengungen erforderlich, um diese verheerenden diabetischen Komplikationen zu verhindern.

Mit INDIMA sollen die folgenden Fragestellungen zum Thema Prädiabetes/Typ-2-Diabetes untersucht werden:

  • Präzisierung der Prädiabetes-/Diabetes-Klassifikation unter Berücksichtigung neuer Biomarker, wie sie in jüngster Forschung vorgeschlagen wurden, z.B. unter Verwendung von Omics-Daten (z.B. Metabolomiks, Proteomiks, Epigenetik) und anderen Biomarkern (z.B. Entzündungsparameter) in Kombination mit klinischen Daten
  • Abschätzung der Auswirkungen von Behandlungen, Komorbiditäten und Komplikationen auf den langfristigen Verlauf von Prädiabetes/Typ 2 Diabetes (T2D)-Untergruppen sowie die Untersuchung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und das Vorhandensein von psychischen Problemen wie Depressionen
  • Die Untersuchung des Inanspruchnahmeverhaltens von Prädiabetes/T2D-Patientenuntergruppen sowie die Erfassung von Unterschieden hinsichtlich Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status und Wohnort (städtisch vs. ländlich)