150717 UNIKA T aktuelles Termine1 1280x400px IS

zurück zur Übersicht




Ozonbelastung erhöht das Herzinfarktrisiko - Ergebnisse aus dem KORA Herzinfarktregister Augsburg

Forschung: Projekte und Publikationen

17.09.2019

Ozonbelastung erhöht das Herzinfarktrisiko - Ergebnisse aus dem KORA Herzinfarktregister Augsburg

Die Exposition gegenüber bodennahem Ozon kann erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben. Das Ausmaß der Beschwerden wird vornehmlich über die Expositionsdauer und –stärke bestimmt. Neben akuten Reaktionen können langzeitliche Effekte, wie Verminderung des Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien, Schädigung des Lungengewebes und Entstehung von Asthma, auftreten. Daneben wird Ozon auch mit kardiologischen Gesundheitsgefährdungen in Verbindung gebracht. Hierzu gehören lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Herzversagen. Derzeit gibt es jedoch noch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der spezifischen Zusammenhänge zwischen Ozonkonzentration und Gesundheitswirkung

Forscher der Universität Augsburg, Lehrstuhl für Geografie, haben in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München, dem Uniklinikum Augsburg und dem LMU Lehrstuhl für Epidemiologie am UNIKA-T Augsburg die Zusammenhänge zwischen den täglich maximalen Ozonkonzentrationen und der Anzahl der täglichen Herzinfarktfälle in der Stadt Augsburg analysiert.

Es wird deutlich, dass insgesamt kein linearer Zusammenhang zwischen Ozonkonzentrationen und Herzinfarkthäufigkeiten besteht, sondern dass signifikant erhöhte Herzinfarkthäufigkeiten bei mittel und moderat erhöhten Werten des täglichen Ozonmaximums im Bereich zwischen 96 µg/m3 und 138 µg/m3 auftreten. Dabei steigen zunächst die Herzinfarkthäufigkeiten bis zu einem maximalen relativen Risiko bei einer Ozonkonzentration von 117 µg/m3 fast linear an. Es kann vermutet werden, dass die anschließende Abnahme des Herzinfarktrisikos bei hohen und extremen Ozonkonzentrationen mit einer entsprechenden Verhaltensänderung der Bevölkerung (verkürzte/ keine Aufenthalte im Freien, Vermeidung von körperlicher Aktivität) einhergehen könnte. Dies erscheint insbesondere plausibel vor dem Hintergrund, dass sehr hohe Ozonkonzentrationen häufig in Kombination mit hohen Lufttemperaturen auftreten.

Link zum Artikel