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Presseinfotag am UNIKA-T zur Pollen- und Pilzsporensaison 2019 verdeutlicht den gesellschaftlichen Mehrwert der Spitzenforschung in Augsburg

Presse-Informationen

08.07.2019

Am 01.07.2019 fand am UNIKA-T ein Presseinfotag statt, bei welchem das UNIKA-T-Professorium den Mehrwert der Interdisziplinarität hinsichtlich Health Care Operations/Health Information Management, Umweltmedizin und Epidemiologie für Augsburg verdeutlichen konnte.

Folgende Kernpunkte stellten die drei Professoren heraus:

  • Detaillierte und stundengenaue Pollenfluginformationen sind ein Eckpfeiler des modernen Allergiemanagements. Allergiker in Augsburg profitieren von der vom UNIKA-T bereitgestellten Information.
  • Forschung und Weiterentwicklung der automatisierten Pollenerkennung am UNIKA-T erhält international Beachtung. Künstliche Intelligenz (KI) wird die automatische Erkennung und Klassifizierung von Pollen verbessern und das Erkennen von Schimmelspilzsporen ermöglichen.
  • Schimmelpilzsporen in der Außenluft, die in Augsburg von Mai bis Oktober vorkommen, gelten u. a. als Auslöser schwerer asthmatischer Reaktionen. Pilzsporen gelten als Mitauslöser für (allergische) Erkrankungen. Ihre Erforschung ist deshalb von zentraler Bedeutung in der weltweiten Gesundheitsforschung.
  • Eine laufende, große Studie am UNIKA-T – die MeGA-Studie – erforscht gezielt das Immunsystem bei Adipositas. Fettgewebe verursacht dauerhaft eine unterschwellige Entzündungsreaktion, die zur Aktivierung des Immunsystems führt. Dabei wird auch der Einfluss des Darmmikrobioms auf das Immunsystem untersucht.

 

Monitoring von Pollen und Schimmelpilzsporen für ein modernes Allergie-Management

Insbesondere die Weiterentwicklung der Pollen Supersite am UNIKA-T (vgl. UNIKA-T-Webseiten-Nachrichten zu „Pollen Super Site am UNIKA-T“)  – welche in dieser Konfiguration Spitzenforschung leistet  – durch Künstliche Intelligenz, steht im Fokus der Forschungsarbeit am Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management von Professor Jens O. Brunner. Hierfür arbeitet der Wirtschaftswissenschaftler mit Dr. Athanasios Damialis vom Fachbereich für Aerobiologie der Umweltmedizin am UNIKA-T und mit den Kollegen Prof. Bernhard Bauer und Prof. Björn Schuller von der Fakultät für Angewandte Informatik der Universität Augsburg zusammen, um die Algorithmen zu optimieren, die eine Identifikation und Klassifikation von Objekten wie Pollen und Pilzsporen ermöglichen. Das interdisziplinäre Team möchte hierfür ein sog. „convolutional neural network“ erstellen, welches die Erkennung und Klassifizierung der Objekte auf den Bildaufnahmen um ein vielfaches verbessern könnte, die in den vollautomatischen Monitoren am UNIKA-T erstellt werden. Momentan liegt der inhaltliche Fokus auf der Klassifizierung von Objekten. Eine erste gemeinsame Arbeit wurde bereits zur Publikation angenommen. Weiterhin wird mit der Unterstützung von Prof. Elisabeth André, Institut für Informatik an der Universität Augsburg, und Ihrem Team eine App entwickelt– zunächst für Augsburg –, deren Nutzer schnell über Belastungen in der Außenluft informiert werden.

 

Bioaerosol-Monitoring der Außenluft in Augsburg und dem alpinen Raum – wo sind Allergiker heute und in der Zukunft „Sicher“?

Für Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin für Umweltmedizin am UNIKA-T und am Universitätsklinikum Augsburg, ist ein flächendeckendes Monitoring von Pollen und Schimmelpilzsporen entscheidend für ein moderne Therapiemanagment von Allergien. Bislang gilt der hochalpine Bereich (ab ca. 1500 m ü. NN) als „sicheres“ Gebiet in Bezug auf Allergieauslöser und Schadstoffe in der Außenluft. Allerdings sind die Folgen des Klimawandels für Allergiker hier deutlicher messbarer und spürbarer als in urbanen Gegenden. Dort, wo im Alpenraum jetzt wenig Pollen, wenig Feinstaub und wenig Schimmelpilze messbar sind, könnte eine Veränderung von Temperaturwerten im Mittel und die Länge von Trockenzeiten schnell zur Erhöhung dieser Messwerte führen. Damit wären Rückzugsorte und Orte für nachhaltige medizinische Rehabilitätion für Allergiker, Asthmatiker und Neurodermitiker in Gefahr.

 

Die Interdisziplinarität am UNIKA-T schafft neue Forschungsfelder

Professor Jakob Linseisen vom Lehrstuhl für Epidemiologie betont auf dem Pressegespräch, wie wichtig Studien zur Rolle des (viszeralen) Fettgewebes bei der Entstehung von Folgekrankheiten wie Diabetes Typ II sind. Sowohl chronische Entzündungsreaktionen im Fettgewebe als auch Veränderungen des Darmmikrobioms wirken sich auf das Immunsystem aus. Zur Klärung der Wechselwirkungen sind viele Teilnehmer erforderlich, um verlässliche Aussagen machen zu können. Informationen zur Teilnahme an der MeGA-Studie und anderen aktuellen Studien am Lehrstuhl für Epidemiologie des UNIKA-T erhalten Sie hier. In der MeGA-Studie werden auch allergische Erkrankungen berücksichtigt und weitere Charakterisierungen im Blut vorgenommen. Chefärztin Traidl-Hoffmann berichtet von einer Studie aus den USA, die zeigte, dass bei Allergien und Diabetes möglicherweise gleiche oder ähnliche Auslöser auftreten, bzw. eines das andere bedingen könnte.

 

Augsburger Allgemeine berichtet über den Presseinfotag

Über den 2. Presseinfotag am UNIKA-T zur Pollen- und Pilzsporensaison 2019 berichtete die Augsburger Allgemeine am 03.07.2019. Den Artikel könne Sie hier nachlesen.

 

Folgen Sie der Umweltmedizin und Epidemiologie am UNIKA-T auf Twitter:

@UNIKAT_Epi

@UNIKAT_IEM

@Traidl_Hoffmann

 

Foto Inge Kirchberger UNIKA T 1Das Foto zeigt die drei Professoren des UNIKA-T; v.l. Prof. Jens O. Brunner, Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Prof. Jakob Linseisen. (Foto: I. Kirchberger/ UNIKA-T)

2. Presseinfotag 1.7 9Das Foto zeigt Professorin Claudia Traidl-Hoffmann im Fernsehinterview beim 2. Presseinfotag (Foto: UNIKA-T).

Poaceae Quelle UNIKA T A. Damialis 3Das Foto zeigt eine Mikroskopaufnahme eines hochallergenen Graspollen (Foto: A. Damialis/ UNIKA-T)

AlternariaDas Foto zeigt eine Mikroskopaufnahme der hochallergenen Alternaria-Pilzspore (Foto: UNIKA-T)