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Professor Ralf Ludwig referiert auf dem IEM-Seminar zum Einfluss des Klimawandels auf Extremwetterereignisse in Europa - Interdisziplinäre Kollaboration der Geowissenschaften an der LMU mit der Umweltmedizin am UNIKA-T

Umweltmedizin: Seminare / Symposien / Veranstaltungen

27.11.2019

Am 25.11.2019 hielt Professor Ralf Ludwig, derzeit Dekan der Fakultät für Geowissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, einen für die Umweltmedizin äußerst interessanten und im gesellschaftlichen Diskurs themenaktuellen Vortrag mit dem Titel „Assessing the impacts of climate change and natural variability on hydroclimatological extreme events over Europe“. Die Folgen des Klimawandels auf Mensch und Natur sind für die umweltmedizinische Forschung von besonderer Wichtigkeit, da sie an den Grenzflächen und Barriereschichten zwischen Mensch und Umwelt forscht, dort also, wo veränderte Umweltbedingungen direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Somit gab es wie zu erwarten eine Menge an Fragen und Kommentaren seitens der Belegschaft der Umweltmedizin, die der Referent ausführlich beantwortete. Für die Direktorin der Umweltmedizin am UNIKA-T, TUM und HMGU, Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, ist die zukünftige interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Professor Ludwig ein wichtiger Bestandteil ihrer umweltmedizinischen Forschung, weshalb weitere wissenschaftliche Gespräche vereinbart wurden.

 

ClimEx - Forschungsprojekt unter Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Während seines Vortrages auf dem IEM-Seminar berichtete Prof. Ludwig als Leiter des Forschungsprojekt ClimEx von den Forschungsergebnissen, die von 2015 bis 2019 zu „Klimawandel und Hydrologische Extremereignisse - Risiken und Perspektiven für die Wasserwirtschaft in Bayern“ erstellt wurden. Die Nachhaltigkeit (sustainability) einer regional verbundenen Wasserwirtschaft steht dabei im Vordergrund. Ludwig zeigte auf dem IEM-Seminar mehrere Simulationen, die die Folgen des Klimawandels für die Region Bayern, aber auch für die gesamte nördliche Hemisphäre veranschaulichten. Interessanterweise gibt es eine natürliche Variabilität des Klimas und im Speziellen der Wasserbewegungen auf der Erde, die aber nicht die aktuellen Wetterextreme erklären können. Für diese sei eindeutig der Klimawandel verantwortlich. Zu erwartende Trockenperioden im Sommer und stark erhöhte Niederschlagsmengen im Winter könnten zu noch mehr Extremwetterereignissen führen. Ein Vergleich zwischen Überflutungen auf Grund extremer Niederschläge in Québec und Bayern zeigt:

  • Starkregen mit Überflutungen in Bayern: 1999, 2002, 2005, 2013, 2016
  • Starkregen mit Überflutungen in Québec: 1996, 2011, 2017, 2019

Die hohe Frequenz und unterschiedlichen Jahreszahlen der Überflutungen deute laut Ludwig daraufhin, dass bisher als "Jahrhundertfluten" bezeichnete Überschwemmungen eher als "Jahrzehntfluten" bezeichnet werden müssten. Wenn die globale Erderwärmung nicht abgebremst und schließlich gestoppt werden könne, sind weitere Extremwetterereignisse sehr wahrscheinlich. Für Ludwig ist der Einfluss des Klimawandels auf die Gesundheit ebenfalls klar erkennbar. Obwohl der Geograph Ludwig primär auf der Erforschung der natürlichen Variablen fokussiert ist, sieht er in den Folgen des Klimawandels für die Gesundheit einen wichtigen Ansatz der Forschungsgemeinschaft, wie ihn Professorin Claudia Traidl-Hoffmann öffentlichkeitswirksam veranschaulicht und in Vorträgen erklärt.

 

Infokasten:
Professor Ralf Ludwig forscht seit vielen Jahren zu den Folgen von Klimawandel und dem Wandel in der Landnutzung auf die Interaktion Mensch-Umwelt. Seine Forschungen richten sich insbesondere auf die tropische bis subarktische Region. Hierunter fällt die hydrologische Modellierung von Wasserreserven. Als Hydrologie wird die Lehre von Wasser und Wasserbewegungen in der Biosphäre der Erde bezeichnet. Biosphäre meint den habitierten, also durch Leben gekennzeichneten Luft-, Boden- und Wasserraum der Erde. Zur Beobachtung der Veränderungen in der Umwelt kann Ludwig auf zahlreiche interdisziplinäre Kollaborationen bauen, wie etwa nach Quebec in Kanada, wo Ludwig Forschungen zum Permafrostboden unternahm. Interessanterweise forscht Ludwig auch zum Energieerhalt in der Interaktion mit der Umwelt.

 

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Ralf Ludwig IEM Seminar 25 Nov 2019 26Das Foto zeigt v.l. Franziska Kolek, Daniela Bayr, Prof. Ralf Ludwig, Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Maria Plaza, Sigrid Kaschuba auf dem IEM-Seminar (Foto: UNIKA-T)