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Studie deutet auf IL-22-Blockade als wirksame Therapieoption beim atopischen Ekzem hin

Forschungsergebnisse, Publikationen

19.02.2018

Zusammenfassung der Studienergebnisse

  • Durch Blocken des Zytokins IL-22 könnte das atopische Ekzem (und ggf. weitere Krankheiten) effektiv und sicher behandelt werden.
  • Die umweltmedizinische Forschung von Universitätsprofessorin Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann hat entscheidend zu den Studienresultaten beigetragen.

Deutliche Verbesserung der Gesundheit bei Patienten mit schwerem atopischem Ekzem

Eine jüngst in New York unternommene klinische Studie an 60 Probanden mit moderatem bis schwerem atopischem Ekzem zeigt erstmals die Wirksamkeit und relative Sicherheit einer Behandlung durch Interleukin(IL)-22-Blockade auf. Zum Einsatz kam das Biologikum "Fezakinumab" (ILV-094). Dadurch konnte die Abnahme der Gesamtfläche von atopischen Ekzemen betroffener Hautkompartimente und eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit bezogen auf Messdaten des SCORAD-Indexes erreicht werden. Zusätzlich hat die Studie bei einer Gesamtdauer von 20 Wochen nur geringe Nebenwirkungen ergeben. Damit gibt es einen vielversprechenden neuen Therapieansatz mit hoher klinischer Relevanz für das atopische Ekzem und all solche Krankheiten, bei denen IL-22 Teil der Immunpathogenese ist. Insbesondere für Patienten, bei denen eine Blockade des während einer Th-2-vermittelten Immunantwort produzierten IL-4 und IL-13 keinen nennenswerten klinischen Effekt zeigte, scheint dieser Ansatz eine wirksame Therapieoption zu sein. Letzteres trifft vor allem auf die schweren Fälle des atopischen Ekzems zu. Universitätsprofessorin Dr. med. Claudia Traidl-Hoffmann und Professor Avidan Neumann vom Lehrstuhl und Institut für Umweltmedizin, UNIKA-T, hatten mit ihrer Ergebnisanalyse entscheidend zur Studie beigetragen.

Interdisziplinäre Kollaboration bei der Behandlung des atopischen Ekzems

Das Journal of the American Academy of Dermatology, JAAD, hat im Januar 2018 nun die Studienergebnisse in der Publikation mit dem Titel: „Efficacy and safety of fezakinumab (an anti-IL-22 monoclonal antibody) in adults with moderate to severe atopic dermatitis inadequately controlled by conventional treatments - A randomized, double-blind, phase 2a trial“, veröffentlicht. Dessen Erstautorin, Professorin Emma Guttman-Yassky vom Mount Sinai Hospital in New York, kollaboriert seit vielen Jahren mit der Umweltmedizin am UNIKA-T. Aufgrund der internationalen Autorenschaft weist diese Publikation zunächst eine sowohl medizinisch wie wissenschaftliche Expertise auf, und sie steht weiterhin exemplarisch für eine interdisziplinäre Kollaboration bei der Behandlung des atopischen Ekzems. In naher Zukunft müssen die Studienergebnisse in Phase 2b und Phase 3 noch weiter untersucht werden.

Den Volltext der Publikation können sie HIER einsehen!

Text: V. Schiller / UNIKA-T

Neurodermitispatient 2 StudienzentrumDas Foto zeigt einen erwachsenen Patienten mit starkem atopischem Ekzem. (Quelle: Traidl-Hoffmann)

Portraetfoto Prof. Traidl HoffmannDas Foto zeigt Universitätsprofessorin Claudia Traidl-Hoffmann. (Quelle: Traidl-Hoffmann)

Avidan NeumannDas Foto zeigt Professor Avidan Neumann. (Quelle: UNIKA-T)